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Business
Transformation Geschäftsmodelle
und –architekturen im digitalen Zeitalter
Wirtschaft
und Gesellschaft befinden sich im Übergang vom Industrie- zum
Informationszeitalter. Die dynamischen Auswirkungen auf das bestehende
Wirtschaftsgefüge sind spürbar. In den Chefetagen hat eine geradezu
hektische Suche nach dem Geschäftsmodell der Zukunft eingesetzt. Der
Wertewandel beim Kunden stellt dabei eine besondere Herausforderung dar:
Während die Ansprüche des Kunden an die Qualität, Flexibilität und
Verfügbarkeit von Produkt- und Dienstleistungsangeboten stetig steigen,
sinkt zugleich seine Loyalität gegenüber den Anbietern. Mehr denn je
ist daher eine konsequente Ausrichtung der Unternehmen auf
Marktanforderungen, Kundenbedürfnisse und Kernkompetenzen gefordert. Für
nachhaltigen Unternehmenserfolg wird zukünftig entscheidend sein, wer
mit seinem Geschäftsmodell neuen Kundennutzen schafft, wer den Kunden
„besitzt“. Wirtschaft
und Unternehmen im digitalen Zeitalter Doch
wie sieht es aus, das Geschäftsmodell der Zukunft? Die Wirtschaft des
Informationszeitalters ist stark geprägt durch die geänderten Bedürfnisse
des modernen Kunden. Trend- und Markforscher zeichnen sein Bild wie
folgt:
Der moderne Kunde ist gut gebildet und verfügt über ein überdurchschnittliches
Einkommen. Er ist offen für neue Technologien und Trends, wissbegierig
und bereit, permanent zu lernen. Beruflich ist er auf die neuen
Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere das Internet,
angewiesen. Auch privat verfügt er über eine eigene, moderne,
technische Infrastruktur, wobei er deren private und berufliche Nutzung
zunehmend vermischt. Die
Kernbedürfnisse des modernen Kunden im Überblick: -
Alles, zu jeder Zeit, an jedem Ort -
Bedürfnis nach wahrnehmbarer Komplexitäts-Reduktion -
Bedürfnis nach Informationsverdichtung -
Bedürfnis nach Zeitersparnis -
Bedürfnis nach Bequemlichkeit -
Bedürfnis nach Selbstbestimmung Auf
der Grundlage der geänderten Kundenbedürfnisse zeichnet sich die
nachfolgende Wirtschaftsstruktur im digitalen Zeitalter.
Der
Kundenprozess im Zentrum der digitalen Wirtschaft Die
Digitalisierung wirtschaftlicher Abläufe und Kommunikationsprozesse rückt
den Kunden stärker als je zuvor in den Mittelpunkt. Er erhält nunmehr
den direkten Zugriff auf alle Prozesse, die im Zusammenhang mit der
Befriedigung eines originären Bedürfnisses (z.B. Wohneigentum,
Autobesitz etc.) durch einen Anbieter stehen. Von der Auswahl über den
Kauf, den Betrieb, bis hin zur Entsorgung eines Produktes (sog. Customer
Resource Life Unternehmen
des Informationszeitalters gewinnen im Wettbewerb nicht dadurch, dass
sie klassische Dienstleistungen und Produkte „elektronifizieren“,
sondern dadurch, dass sie neuen Kundennutzen schaffen, der sie von der
Konkurrenz unterscheidet. Der unternehmerische Erfolg wird daher zukünftig
im wesentlichen davon abhängen, die Kundenprozesse mit hohem Potenzial
zu identifizieren und ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse und
Abläufe beim Kunden zu entwickeln. Die Fähigkeit, den gesamten
Kundenprozess im Hinblick auf ein bestimmtes Kundenbedürfnis
abzubilden, ist erfolgsentscheidend.
Das
Unternehmensportal als Schnittstelle zum modernen Kunden
Das
Unternehmen des digitalen Zeitalters ist ein Leistungsintegrator. Es
versucht, dem Kunden möglichst sämtliche für einen bestimmten
Kundenprozess benötigten Informationen, Dienstleistungen und Produkte
aus einer Hand und aufeinander abgestimmt anzubieten. Basierend auf
detailliertem Wissen über den Kunden passt es die Leistungen möglichst
genau an dessen individuelle Bedürfnisse an. Ein Unternehmensportal
bildet dabei – zunächst noch neben anderen Kanälen – die
wesentliche Schnittstelle zwischen Kunde und Unternehmen. Es fasst alle
Leistungen des Unternehmens an den Kunden für einen spezifischen
Kundenprozess zusammen.
Das
Wertschöpfungsnetzwerk ersetzt die Wertschöpfungskette Kaum
einem Unternehmen wird es gelingen, als Leistungsintegrator alle zur
Abdeckung eines Kundenprozesses benötigten Leistungen selbst zu
erbringen. In der Regel wird es mit anderen zu einem Netzwerk von
Anbietern (Supply Chain / Wertschöpfungsnetz) zusammenschließen.
Dieses Netz von Unternehmen bzw. Organisationseinheiten, erbringt in
Summe die Leistungen für einen Kundenprozess. Grundlage einer solchen
Kooperation bildet eine gemeinsame IT-Infrastruktur, die insbesondere im
Hinblick auf Technik und Prozesse auf Standards basiert.
Standardisierte
e-Services als weiterer Wirtschaftszweig Durch
das Wertschöpfungsnetzwerk entsteht ein weiterer Wirtschaftszweig für
standardisierte, elektronische Dienste. Diese erfüllen entweder eine
koordinierende Aufgabe oder bilden Teilprozesse ab, die viele
Unternehmen in gleicher oder ähnlicher Form benötigen und daher in
elektronischer Form zukaufen: -
Basisdienste – technische Infrastruktur, auf der alle anderen -
Integrationsdienste – Services zur Koordination zwischen -
Business Networking Services – Dienste, die Unternehmen -
Information-Services – etwa Nachrichteninhalte, Börsenkurse, -
Business Support Services – auslagerbare Prozesse, wie Konsequenzen
für das Geschäftsmodell Legt
man das oben dargestellte Bild der Wirtschaft im digitalen Zeitalter
zugrunde, so ergeben sich hieraus insbesondere folgende Konsequenzen für
zukünftige Unternehmungen: -
Je Kundenprozess werden sich nur wenige Portale im Wettkampf um die
Gunst der Kunden behaupten können. Denn nicht alle Anbieter werden ihre
Angebotskomplexität -
Ein Unternehmen wird seine Rolle im Wertschöpfungsnetzwerk bestimmen müssen.
In diesem Rahmen ist zu überlegen, welche Leistungen das eigene
Unternehmen verglichen mit möglichen Wettbewerbern am besten erbringen
und am Markt positionieren kann. -
Da die Vernetzung von Unternehmen die Vergleichbarkeit der Leistungen
bis auf die Ebene einzelner Teilprozesse treibt, nimmt der Wettbewerb
zu. Aus diesem Grund -
Die Netzwerkfähigkeit eines Unternehmens muss ständig weiterentwickelt
werden, um auf sich ändernde Marktbedingungen schnell reagieren zu können.
Fazit Geänderte
Kundenbedürfnisse und die Innovationskraft neuer Technologien verändern
unsere Wirtschaft. Sie schaffen Potenziale in Form von neuen Märkten,
neuen Prozessen und neuen Geschäftsmodellen. Die Wirtschaft befindet
sich in der Transformation von der Industrie- zur
Informationsgesellschaft. Um in der Zukunft des Informationszeitalters
erfolgreich zu sein, müssen sich Unternehmen der Herausforderung dieser
Transformation stellen. (c) 2001 Oliver A. Klimek |
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